Herzlich Wilkommen eller hjertelig velkommen

Hier will ich mal versuchen meine Erlebnisse in Norwegen festzuhalten und euch mitzuteilen... Hoffe ich halt das durch, den Blog immer schön aktuell zu halten... und natürlich werd ich hier auch jeglichen anderen Kram reinbringen, der mir so übern Weg läuft...
wenn ihr Verbesserungsvorcshläge zum Inhalt oder Layout habt, oder sonstige Kritik loswerden wollt, schickt mir ne nachricht...

Mittwoch, 12. September 2007

Flåkoia

so, hier ein Nachtrag zu den Erlebnissen am Wochenende. Endlich haben wir es auch mal geschafft, eine Hüttentour zu organisieren. Da wir uns jedoch nicht früh genug darum gekümmert haben, waren alle Hütten von Freitag bis Sonntag ausgebucht, sodass uns einzig die Möglichkeit blieb, von Sonntag auf Montag zu buchen. Die meisten haben am Montag keine Vorlesungen und ich hab in den letzten Wochen so intensiv an meinem Projekt gearbeitet, dass ich den Montag auch guten Gewissens frei machen konnte...
Unsere Verplantheit hat sich jedoch bezahlt gemacht, denn der noch trübe und verregnete Samstag wurde von einem Sonntag abgelöst, der seinem Namen alle Ehre machte... NICE! Wir starteten also am Sonntagmorgen und fuhren mit dem Bus ca. 1 Stunde südwärts bis nach Lundamoen. Von da aus sind es eigentlich 1.5 Stunden Fußmarsch ohne jegliche Schwierigkeiten - wir wählten einen anderen Weg. Manch einer mag denken, wir hätten uns verlaufen, weil wir uns lediglich auf Kompass und die ausgedruckten undetaillierten Kartenausschnitten von der Internetseite verlassen haben und NICHT die darunter geschriebene Wegbeschreibung durchgelesen haben. Ich denke viel mehr, dass das Schicksal uns auf diesen anderen Weg gebracht hat, der uns viel mehr in unsrerer Erfahrung bereicherte, und Dinge sehen lassen hat, die uns sonst womöglich verborgen geblieben wären und uns als Gruppe, die stellenweise der Verzweiflung nahe war, gestärkt hat. Es war eine einzigartige Erfahrung, sich plötzlich sehr verloren zu fühlen, wenn das, was man um sich herum sieht, nicht mit der "Karte" übereinstimmt. Vor allem, wenn man versucht, etwas in die Karte hinein zu interpretieren, wie Seen mit ungefähr gleichem Umriss oder Berge und Täler. In den 6 Stunden, die wir letztendlich gebraucht haben, um an der Hütte anzukommen, haben wir viele schöne Plätze gesehn, Seen mit Hütten, die wir für unsere hielten und voller Vorfreude darauf zugelaufen sind, um dann schmerzhaft feststellen zu müssen, dass es doch die falsche war. Wir haben Moorebenen beschritten, auf denen nahezu totale Stille herrschte, ein wunderbares Gefühl, mal nichts zu hören.
Nun ja, schließlich sind wir dann doch auf die Idee gekommen, uns mal die Wegbeschreibung durchzulesen. An die deutlich beschriebene Abbiegung, die zur Hütte führte, konnte sich jeder bestens erinnern, auch dass wir schön daran vorbeigelatscht sind...
An der Hütte angekommen, wurde erstmal das Feuer im Ofen entfacht und die Socken und Schuhe, die durch den langen Marsch durch stellenweise sehr nassen Boden nicht bei jedem standgehalten haben. Meine Hanwags haben mich nicht enttäuscht, allein ein Tritt in eine Pfütze, die tiefer war als mein Schuh hoch, bescherte mir einen feuchten rechten Fuß...
Das Tolle an der Hütte war, dass sie direkt an einem See lag, ausgestattet mit einem kleinen Rudeboot, mit dem man zum Fischen rausfahren konnte, blöderweise befanden sich in diesem See keine Fische, sodass sich unser Abendessen auf Spaghetti mit Tomatensauce beschränkte. Die Zubereitung des eigentlich eher simplen Essens erstreckte sich über mehrere Stunden, denn es gab zwar einen Holzofen, der hat sich jedoch lediglich zum Aufheizen der Hütte und Trocknen der Socken bewährt, nicht zum Kochen. Dafür stand ein Petroleumkocher zur Verfügung, der deutlich bessere Dienste leistete. Schließlich sind jedoch alle satt geworden. Im Anschluss wurde Bohnanza gezockt, ein lustiges Sammel- und Tausch-Kartenspiel, bei dem Hanna durch ihre 2-Felder-Taktik allen anderen überlegen war. Zudem wurde Mäxchen gespielt, wobei den Regeln entsprechend viel getrunken wurde. Eine Riesengaudi, wie man auch deutlich auf den Fotos erkennen kann. Als zum Ende des Abends einige personelle Ausfälle zu verbuchen waren, schlug die Stimmung eher ins Gemütliche um und es wurden auf der Gitarre einige fetzige Blues-Songs angestimmt, natürlich frei aus dem Stegreif und sicherlich nicht geeignet für sensible Ohren...
Am nächsten "Morgen" wurde gemütlich gefrühstückt, mit Erleichterung konnten wir feststellen, dass weder Mäuse, noch der dicke Ralf (insider) an unseren Vorräten geknabbert haben. Anschließend wurde die Bude auf Vordermann gebracht, der Holzvorrat aufgestockt und ein netter Eintrag im Gästebuch der Hütte hinterlassen. Dann hieß es auch schon bald Abschied nehmen. Der Rückweg gestaltete sich weniger ereignisreich, da wir den langweiligen normalen Weg zurück zur Bushaltestelle genommen haben...

Ich freu mich schon auf die nächste Tour... hier noch die Fotos:
2007_09_09 Flåkoia

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

bergheim foto (^_^) classy